Blog-Sothoth

Die áld Bejje

Was lauert unter einem Hügel am Dorf Nieder-Beerbach in Südhessen? Darüber handelt meine Kurzgeschichte „Die áld Bejje“, die im dLG-Kurzgeschichten-Wettbewerb 2021 den dritten Platz erzielte.

Vor einiger Zeit hat die deutsche Lovecraft Gesellschaft (dLG) einen Kurzgeschichtenwettbewerb ausgerufen. Gesucht waren Kurzgeschichten, die den kosmischen Horror in die deutsche Region bringen sollten. Vom 1. November 2020 bis zum 1. Februar 2021 konnte man eine Kurzgeschichte einreichen – was auch ich getan habe.

Erfreulicherweise konnte ich mit meiner Kurzgeschichte „Die áld Bejje“ den dritten Platz belegen. Demnächst soll sie im Lovecrafter Online, dem frei zugänglichen Online-Vereinsmagazin der dLG, veröffentlicht werden. Blog-Sothoth-Leserinnen und -Lesern erhalten aber auch schon jetzt die Möglichkeit, meine bescheidene Kurzgeschichte zu lesen. Am Ende dieses Artikels finden sich die Download-Links für PDF und EPUB.

Der Weg zur Idee

Als ich mich entschied, am Wettbewerb teilzunehmen, hatte ich noch keine Idee, worüber meine Einreichung handeln sollte. In meiner Region im Süden Hessens finden sich so einige Mythen, allen voran die Nibelungensage rund um Siegfried, den Drachentöter, und den Nibelungenschatz.

Zunächst hatte ich auch irgendetwas mit den Nibelungen im Sinn: Dimensionsspalten, in denen der verschollene Nibelungenschatz hinein gerutscht ist, drachenartige Monster in Paralleldimensionen, pseudowissenschaftliche Skalarwellen-Forscher… Na ja, der Plot wollte nicht so richtig in meinem Kopf zusammenkommen. Zudem dachte ich, dass 22.000 Schriftzeichen, auf die ich beschränkt war, für so eine kompliziertere Geschichte nicht ausreichen würden.

Auf meiner Suche nach weiteren interessanten Mythen in der Umgebung stieß ich unweigerlich auf Burg Frankenstein bei Nieder-Beerbach – ja, eben jene Burg, in der Mary Shelleys Monster von Frankenstein zum Leben erwacht ist. Das Monster von Frankenstein passt zwar in die Welt von Lovecraft – man denke beispielsweise an Herbert West, den Re-Animator -, aber ist letztlich ein alter Hut.

Rund um Burg Frankenstein finden sich aber einige andere inspirierende und von Mythen umrankte Örtlichkeiten wie etwa die Magnetsteine, welches magnetisierte Felsen sind, an denen der Legende zufolge Hexentreffen stattfanden, und die alte Burg.

Die alte Burg

Die alte Burg ist eigentlich gar keine Burg, sondern nur ein Hügel. Auf diesen soll sich aber einst eine Burg befunden haben, jedoch wurden nie irgendwelche Reste oder überhaupt Spuren von ihr gefunden. Im örtlichen Dialekt von Nieder-Beerbach, dem Dorf an diesem Hügel, nennt sie sich „die áld Bejje“, was „die alte Burg“ heißt.

Die alte Burg bei Nieder-Beerbach. Von Commander-pirx auf Wikipedia, CC BY-SA 3.0

Der Legende zufolge soll sich im Keller dieser alten Burg ein großer Schatz aus Gold, Silber und Wein befinden. Dies hat in der Vergangenheit mehrmals Schatzsucher dazu angespornt, im Hügel auf der Suche nach diesen Schätzen zu graben. Diese Schatzsuchen waren jedoch nicht von Erfolg gekrönt, im Gegenteil: Sie endeten meist tödlich, was schließlich dazu führte, dass Grabungen an der alten Burg endgültig verboten wurden.

Während sich im Internet nicht viel zur áld Bejje finden lässt, erweist sich das Werk von Dr. Heinrich Eduard Scriba namens Geschichte der ehemaligen Burg und Herrschaft Frankenstein und ihrer Herrn als von 1853 als eine wahre Fundgrube an Informationen zur alten Burg und ihren Legenden.

Das Buch enthält sogar zeitgenössische Aufzeichnungen des damaligen Geistlichen von Nieder-Beerbach, der zur Zeit der Schatzsuchen in Nieder-Beerbach lebte und diese scharf verurteilte. Als einer der Schatzsucher ums Leben kam, stellte er das Sterbeprotokoll aus, welches ebenfalls in Scribas Buch enthalten ist.

Das grauenvolle Geheimnis der áld Bejje

Die tödlichen Ereignisse an der alten Burg wurden als unglückliche Unfälle betrachtet. Doch ist dem wirklich so? Was, wenn es doch keine Unfälle waren…? Und warum waren überhaupt so viele Menschen so versessen darauf, dass es eine alte Burg auf diesem Hügel gab, obgleich es keine Indizien dafür gab? Warum gab es mehrere Versuche, nach dem Schatz der alten Burg zu graben, obwohl die vorangegangenen Suchen erfolglos geblieben waren?

Diese Fragen führten mich schließlich zur Kurzgeschichte „Die áld Bejje“, die sich in der Neuzeit abspielt und in der sich die Vergangenheit zu wiederholen scheint…

Die folgende ZIP-Datei enthält die Kurzgeschichte sowohl als PDF- als auch als EPUB-Datei für den eBook-Reader:

Die Kurzgeschichte lässt sich ansonsten auch hier auf Blog-Sothoth finden und lesen, oder auch in der Lovecrafter Online Ausgabe 071 auf der Webseite der dLG.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen! 🙂

Titelbild von ❤️A life without animals is not worth living❤️ auf Pixabay

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